Die Zucht
Unterscheidung der Geschlechter nach äußeren Merkmalen:
Ist der Schwanz im Vergleich zum Körper lang, ist es wahrscheinlich ein Männchen
- ist er kurz, ist es ein Weibchen. Eine dicke Schwanzwurzel deutet ebenfalls auf ein
Männchen hin. Ich habe mir so erfolgreich ein Pärchen aus einer Gruppe Babyschlangen zusammengestellt.
Bei gleichaltrigen, älteren Schlangen wird man außerdem feststellen, daß Weibchen deutlichschneller
wachsen als Männchen. Durch unterschiedlichen Appetit der Tiere, kann dieser Unterschied jedoch verwischt verden.
Außerdem kann durch Zählen der Schuppen eine tendenzielle Geschlechtsbestimmung durchgeführt
werden. Im Forum gibt es einen Thred dazu. Eigene Erfahrungen habe ich damit noch nicht.
Sicherheit bringt aber nur Sondieren.
Alleinlebendes Weibchen legt plötzlich Eier:
Eierschlangen-Weibchen können Sperma bis zu drei Jahren speichern. Kauft man also ein adultes Weibchen,
welches z.B. beim (Groß-)händler oder in freier Wildbahn Kontakt zu einem männlichen Tier hatte,
kann es passieren, daß man eines Tages befruchtete Eier im Terrarium findet, obwohl man selbst keinen
Bock hält. Es empfiehlt sich daher bei Kauf eines frisch importierten oder aus einer gemischten Gruppenhaltung
stammenden adulten Weibchens, sich gleich nach einem Lieferanten
für eine Brutmaschine (Inkubator) umzuschauen oder sich eine Anleitung für den Eigenbau eines Inkubator
zu besorgen, da man im Fall eines Falles natürlich nicht viel Zeit verlieren sollte. Entsprechende Websites
findet Ihr unter "Links". So geschehen ist es auch in folgendem Bericht:
Journal einer Nachzucht der Eierschlange in Gefangenschaft
englischer Originaltext von
Michelle and Sean Hewitt (USA)
Übersetzung von Sascha Bienstein
Am 10. September 2001 um 12 Uhr entschied sich unsere weibliche braune südafrikanische Eierschlange 12 Eier zu legen. Wir hatten dieses Tier im Juli von einem Importeur bekommen. Da wir kein Männchen haben, war es ein bisschen überraschend für uns. Jetzt wurde uns allerdings klar, woher die Appetitlosigkeit kam, besonders bei einem Tier, daß wir liebevoll "Schwein" nannten.
Wir wußten, daß wir von Anfang an kleine Eier benötigen würden. Wir schickten per eMail Anfragen an Finkenzüchter im mittleren Westen der USA, mit der Bitte, Eier für uns zu sammeln. Nur zwei Leute antworteten positiv auf unsere eMails. Der Eine wollte um $ 0,30 pro Finkenei berechnen. Der Andere erklärte sich bereit, die benötigte Anzahl zu besorgen (wir nahmen an, daß 10 Schlangen ausschlüpfen und je 4 Eier pro Monat fressen werden). Wir bekamen unsere erste Lieferung von Finkeneiern im Oktober, da wir nicht wußten, wann der Schlupftermin sein würde.
Die Wartezeit begann. 99 Tage nachdem die Eier gelegt wurden, begannen die Schlangen zu
Schlüpfen. Es dauerte 9 Tage, bis 9 von ihnen der Eihülle entkamen. Drei schlüpften gar nicht aus. Die Eier wurden geöffnet und enthielten vollständig entwickelte Tiere. Zwei jener Eier waren aufgeschlitzt, können aber versehentlich von der anderen Brut gerollt worden sein, bis der Schlitz auf der Unterseite war. Ein Schlüpfling war besonders
energisch und stieß sichtbar andere Eier umher.
Wir versuchten erst einmal nur drei der Schlüpflinge vor der ersten Häutung zu füttern. Einer fraß.
Als Notunterkunft benutzten wir Mehlbehälter mit Löchern, Plastik-Efeu, einen Eierbecher für Wasser und ein Nest aus Weihnachtsdekoration (?), um die Eier hereinzulegen.
Die Häutungen begannen 15 Tage nach dem Schlüpfen. Sie häuteten sich nicht unbedingt in der Reihenfolge, in der sie geschlüpft waren. Nach der Häutung wurde jede gefüttert. Einige nahmen die Nahrung auf anhieb. 30 Tage nach dem Schlupftermin hatten acht von neun mindestens zweimal gefressen. Zwei von den achten hatten Eier von Teratolepis fasciata (Rübenschwanz-Viperngecko) gefressen. Es war anscheinend auch nicht nötig, ein paar Eier in einem Nest anzubieten, was in einigen Bereichten vorgeschlagen wird. In der Tat, sobald sie einmal gefressen hatten haben sie auch nichts wieder ausgewürgt. Jedoch kann es bis zu 3 Tage dauern, bis sich entschließen zu fressen. Zwei der Schlangen begannen erst nach ausgiebigem Händeln zu fressen. Bevor sie angefasst wurden, schienen sie nicht interessiert zu sein.
Aufgrund der von den Jungen benötigten extrem großen Menge an Eiern (mindestens zwei pro Woche) entschied unser Finkeneilieferant, daß er nicht mehr länger für uns sorgen konnte. Wir haben jetzt Zuchtfinken bekommen, um eine konstante Versorgung zu gewärleisten. Wir hatten noch einige alte Eier, die immer noch nicht gefressen wurden und jetzt über vier Monate alt waren. Um zu sehen, ob sie verdorben waren, testen wir die Eier mit der Schwimm-Methode, wie sie auch Hühnerzüchter verwenden. Sie funktionierte auch bei Finkeneiern. So ist der Stand, an dem wir jetzt angekommen sind. Eine Endsumme von 29 Eiern wurden in 32 Tagen von den Jungtieren gefressen. Wir wissen nicht, wann sie groß genug werden, auf größere Eier umzusteigen. Hoffentlich müssen wir nicht Wachteln kaufen!
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